Pressemeldungen

07.10.2010
Wenig Nutzen, viel Schaden: Schmerzmittel vor dem Marathonlauf
Tausende Läufer riskieren schwere Komplikationen

Marathonläufer, die vor dem Start Schmerzmittel einnehmen, haben ein zwei-
bis sechsfach höheres Risiko für Gesundheitsprobleme wie Kreislaufversagen
und Erbrechen. Das hat eine Untersuchung von Dr. Michael Küster (Bonn) und
Prof. Dr. Kay Brune (Erlangen-Nürnberg) beim Bonn Marathon ergeben,
deren Ergebnisse sie beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim
vorstellten. Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer des Marathons hatten vor dem
Start Schmerzmittel eingenommen. Schwere Nebenwirkungen wie
Nierenversagen kamen ausschließlich in der Gruppe der Schmerzmittelanwender vor.
"Schmerzmittel vor dem Lauf nutzen wenig und schaden nachhaltig",
warnen die die Spezialisten.

Pressemitteilung als PDF laden.

07.10.2010
Schmerzen von Kindern künftig besser behandeln
Quantitative Sensorische Testung bringt neue Erkenntnisse
Die Hälfte aller Kinder, die länger als zwei Jahre an Typ-1-Diabetes leiden,
haben verborgene Nervenschäden. Dieses Ergebnis erbrachte eine Studie
der Vestischen Kinderklinik Datteln, die beim Deutschen Schmerzkongress
in Mannheim (06. - 09. Oktober 2010) vorgestellt wird. Erkennen lassen sich diese Schädigungen durch die neue Messmethode der Quantitativen Sensorischen Testung (QST). Das Verfahren, das jetzt erstmals bei Kindern
angewandt wurde, lieferte weitere interessante Resultate. Danach entstehen
Schmerzen bei Patienten mit einer Spastik aufgrund frühkindlicher
Hirnschädigungen nicht, wie bisher angenommen, durch Muskelverspannungen,
sondern durch die Nerven selbst. Daraus ergeben sich wichtige Unterschiede
für die Therapie.

Pressemitteilung als PDF laden.

07.10.2010
Dauerthema Migräne: Auslöser vermeiden ist falsch
Deutscher Schmerzkongress 2010: Neue Methoden gegen ein altes Problem
"Schokolade verursacht Migräne" - mit Märchen wie diesem räumen Spezialisten
beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim (06. - 10. Oktober 2010) auf.
Unter dem Motto "Visionen und Irrtümer" diskutieren Wissenschaftler
neue Erkenntnisse: Migräne-Patienten sollten bekannte Auslöser nicht meiden -
das macht die Sache nur schlimmer. Und nicht nur Medikamente helfen.
Wissenschaftlich anerkannt sind auch Entspannung, Verhaltenstherapie
und Biofeedback. Veranstaltet wird der Kongress von der
Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft gemeinsam mit der
Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes.

Pressemitteilung als PDF laden.

07.10.2010
Rastlose Beine - ruhelose Nächte
Förderpreis für Schmerzforschung an Göttinger Forscher
Kribbeln, Ziehen oder Reißen und ein Bewegungsdrang in den Beinen kostet die
Betroffenen des Restless-Legs-Syndroms den Schlaf. Denn vor allem abends
und nachts quält sie die Ruhelosigkeit. Mit einfachen Tests konnten
Göttinger Forscher um Dr. Cornelius Bachmann in einer Kooperation
mit Dr. Roman Rolke von der Universität Mainz jetzt feststellen, welche
sensorischen Profile Patienten mit einem sog. primären und sekundären
Restless-Legs-Syndrom aufweisen und welche Therapie am ehesten
für den jeweiligen Patienten geeignet ist (Brain 2010; 133:762-770).

Pressemitteilung als PDF laden.

07.10.2010
Frühgeborene: Früher Schmerz hinterlässt langfristige Spuren
Förderpreis für Schmerzforschung an Mannheimer Forscherin
Schmerzhafte medizinische Prozeduren bei Frühgeborenen können die
Schmerzempfindlichkeit bis ins Jugendalter beeinflussen. Das hat eine Studie
von Dr. Johanna Hohmeister aus der Arbeitsgruppe Prof. Dr. Christiane Hermann
am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim und der Universität
Gießen gezeigt. Die Frühgeborenen zeigten noch im Alter von 11 bis 16 Jahren
eine stärkere Gehirnreaktion auf schmerzhafte Reize; die normalerweise zu
beobachtende Gewöhnung bei wiederholter Reizung fehlte.
Die Forscherin unterstreicht daher die Wichtigkeit einer sorgfältigen Behandlung
von Schmerzen auf der Neugeborenen-Intensivstation.
Für ihre Studie wurde Johanna Hohmeister beim Deutschen Schmerzkongress
in Mannheim mit dem mit 7.000 Euro dotierten ersten Preis der Kategorie
Klinische Forschung des Förderpreises für Schmerzforschung 2010
ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vergeben von der
Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V.
Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).

Pressemitteilung als PDF laden.

07.10.2010
Faszination Placebo-Effekt
Förderpreis für Schmerzforschung an Forscher aus Hamburg und Zürich
Wie der Glaube "Berge versetzt", zeigt eindrucksvoll der Placebo-Effekt.
Schmerzforscher aus Hamburg und Zürich haben nun neue Erkenntnisse
über den faszinierenden Mechanismus gewonnen. Sie konnten mit bildgebenden
Untersuchungen zeigen, dass das Rückenmark dabei eine Rolle spielt,
und fanden heraus, wo der Placebo-Effekt im Gehirn zu Hause ist.
Für ihre Arbeit wurden sie beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim
mit dem Förderpreis für Schmerzforschung 2010 der Kategorie
Grundlagenforschung ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich
vergeben von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V.
Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).

Pressemitteilung als PDF laden.

07.10.2010
Wörter können weh tun
Förderpreis für Schmerzforschung an Jenaer Forscherinnen

Schmerzbezogene Wörter aktivieren im Gehirn dieselben Bereiche,
die auch bei der Verarbeitung von Schmerz aktiv sind. Das ergab eine
Untersuchung von Jenaer Forschern um Maria Richter und Judith Eck.
Außerdem erregen Schmerzwörter die Aufmerksamkeit mehr als andere.
Die weitere Erforschung dieser Mechanismen könnte zu einem
besseren Verständnis der Wahrnehmung und Chronifizierung von Schmerz
führen. Für ihre Arbeit wurden die Forscherinnen beim Deutschen
Schmerzkongress in Mannheim mit dem mit 3.500 Euro dotierten zweiten Preis
der Kategorie Grundlagenforschung des Förderpreises für Schmerzforschung 2010
ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vergeben von der Deutschen Gesellschaft
zum Studium des Schmerzes e.V. Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).

Pressemitteilung als PDF laden.

06.10.2010
Eröffnungspressekonferenz zum Deutschen Schmerzkongress
vom 6. bis 9. Oktober 2010 in Mannheim


Pressemitteilung als PDF laden.

01.10.2010
Kampfkunst gegen Schmerzen
Deutscher Schmerzkongress: Das Denken macht den Unterschied
Wer regelmäßig asiatische Kampftechniken ausübt, wird unempfindlicher gegenüber Schmerz. Dieses Phänomen der Abhärtung nimmt eine Studie unter die Lupe, die Spezialisten beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim vorstellen (6.-9.10.2010). "Kampfkünstler gehen viel gelassener mit Schmerzen um und scheinen auch weniger empfindlich zu sein", so das Resümee der Studienleiterin Dr. Monika Dirkwinkel von der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum.

Pressemitteilung als PDF laden.