Präsidentensymposium
Freitag, 08.10.2010, 10.30 Uhr, Mozartsaal
Für das diesjährige Präsidentensymposium konnten zwei renommierte Wissenschaftler zu Vorträgen gewonnen werden:
Prof. Dr. Dr. h.c. Niels Birbaumer
Prof.Dr.Dr.h.c. Niels Birbaumer gehört zu den höchst ausgezeichneten Deutschen Wissenschaftlern: Der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und viele anderen Auszeichnungen wurden ihm unter anderem für seine Arbeiten zur Plastiziät des Gehirns und Chronischem Schmerz, viele davon gemeinsam mit Prof. Herta Flor angefertigt, verliehen. In den letzten Jahren wurde er zum international führenden Forscher auf dem Gebiet der Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer-Interfaces), welche es vollkommen gelähmten, eingeschlossenen (locked-in) Personen erlaubt, mit dem Gehirn direkt auf einen Computer zu kommunizieren.
Für gelähmte Schlaganfall-Patienten hat er ein Gehirn-gesteuertes Robotersystem entwickelt, das erlaubt, die Bewegungsimpulse des Gehirns in Bewegungen der gelähmten Hand umzusetzen. Alle seine Arbeite, sowohl die an chronischen Schmerzen wie jene an Gehirn-Computer-Interface beruhen auf lernphysiologischen Grundlagenforschung zur Langzeitplastizität des menschlichen Gehirns.
Kürzlich gelang ihm und seiner Arbeitsgruppe der Nachweis, dass auch tiefe, für Emotionen, Affekte und Motivationen verantwortliche Hirnareale willentlich (mit Hilfe von Kernspintomographie) kontrollierbar sind. Dies hat er zur Re-Konditionierung von gefühlslosen, psychopathischen, kriminellen Personen ausgenutzt. Dabei hat er Erkenntnisse der Schmerzforschung, welche versucht, den affektiven Schmerz im Gehirn durch Lernen zu dämpfen, angewandt.
Prof Birbaumer ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina
Mitglied der Akademie für Literatur und Wissenschaft, Mainz
Fellow, American Association for the Advancement of Science
Fellow, American Psychological Association und Association for
Psychological Science
Die Deutsche Schmerzgesellschaft hat ihm und seinen Mitarbeitern mehrfach den Schmerzpreis verliehen.

Prof. Karl Zilles
Prof. Karl Zilles ist Direktor des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin im Forschungszentrum Jülich und des C. & O. Vogt-Instituts für Hirnforschung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er beschäftigt sich mit der Expression von Transmitterrezeptoren, den Schlüsselmolekülen bei der neuronalen Signalübertragung im menschlichen Gehirn. In seinem Vortrag wird er auf die Rezeptorexpression, die Balance zwischen verschiedenen Rezeptoren und die Beziehung zu funktionellen Systemen v.a. in der Hirnrinde des gesunden und erkrankten Menschen eingehen.

