Grußworte

Schmerzkongress 2010 Mannheim "Visionen und Irrtümer"

Der deutsche Schmerzkongress 2010 findet vom 06. - 09. Oktober im Congress Center Rosengarten Mannheim statt. Über 2.500 Ärzte, Psychologen, Physiologen und Naturwisschenschaftler anderer Disziplinen werden in der Metropole der Kurpfalz als Teilnehmer erwartet. Die veranstaltenden Verbände erwarten die Teilnahme von über 60 Firmen an der tagungsbegleitenden Industrieausstellung. Das wissenschaftliche Komitee unter Leitung der Tagungspräsidenten, Prof. Dr. Christoph Maier, Bochum, für die DGSS, und Prof. Dr. Peter Kropp, Rostock, für die DMKG haben unter dem Thema "Visionen und Irrtümer" ein anspruchsvolles, vielseitiges wissenschaftliches Programm zusammengestellt.

 

Grußwort der Tagungspräsidenten

Prof. Dr. Christoph Maier 
Kongresspräsident DGSS

Prof. Dr. Peter Kropp
Kongresspräsident DMKG

2010 endet eine Dekade und ist somit ein guter Anlass, kritisch innezuhalten und Irrwege zu identifizieren, aber auch neue Visionen anzustoßen und umzusetzen.

Irrtümer haben ihren Wert, denn nicht selten sind es fehlerhafte Theorien und Ansätze, die den Impuls zu Weg weisenden Fortschritten geben. So hat zum Beispiel die in mancher Hinsicht falsche "Gate-control"- Theorie den Weg zu der Erkenntnis eröffnet, dass Schmerzen nicht nur durch zu starke Reize, sondern auch durch Störungen der körpereigenen Schmerzhemmung erzeugt werden können. Es gab sicher aber auch weitere Irrtümer, wie möglicherweise die Fehlbewertung der psychischen Komorbidität,die in der Vergangenheit viel zu schlicht als algogenes Psychosyndrom missgedeutet cwurde, oder die Bagatellisierung sozialmedizinischer cFragen oder vielleicht auch die Überschätzung der Möglichkeiten der medikamentösen Therapie verbunden mit einer Unterschätzung ihrer Gefahren.

Umgekehrt gibt es heute große Fortschritte z.B. in der Genetik, in der Bildgebung, in der Diagnostik speziell von Neuropathien, sowie in der Präventionsmedizin, die die Vision einer individualisierbaren und mechanismen-basierten Schmerzmedizin und einer Vorbeugung der Chronifizierung in greifbarere Nähe rücken lassen. Ein großer Fortschritt ist auch die zunehmende Verankerung der ursprünglich als "Stiefkind" eingestuften Schmerzmedizin in die Primärversorgung der Bevölkerung. Welche dieser Visionen später als Irrweg erkannt werden, wissen wir nicht. Aber die Diskussion alter Irrwege wird auch hierbei nützlich sein. Auf dem Kongress 2010, der in Mannheim stattfinden wird, sollen konkrete Visionen für Entwicklungslinien in naher Zukunft aus der kritischen Analyse von Irrtümern aus den vergangenen Jahren hergeleitet werden. Es wird auch eine neue Vortragsreihe geben, in denen erfahrene Kliniker und Forscher basierend auf ihrer langjährigen Erfahrung den Nutzen des Irrtums beleuchten und ihre persönlichen Visionen für das Fachgebiet schildern werden, welches sie maßgeblich mitgeprägt haben. Daneben spiegeln eine Vielzahl von Workshops und mehr als 50 Symposien die Vielfalt der Mitgliederinteressen wider und zeigen neue Entwicklungslinen auf.Wie jedes Jahr werden 36 Praktiker-Seminare stattfinden, in denen die Umsetzung von Neuem für die tägliche Praxis vermittelt wird. Ein weiterer Schwerpunkt wird auch in diesem Jahr wieder die Nachwuchsförderung sein.

Wir freuen uns, Sie in Mannheim 2010 begrüßen
zu dürfen.

Christoph Maier (DGSS), Peter Kropp (DMKG)
Kongresspräsidenten

 

 

Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede
Präsident der DGSS

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in diesem Jahr laden wir Sie zum Deutschen Schmerzkongress nach vielen Jahren wieder einmal in die Metropole der Rhein-Neckar-Region nach Mannheim ein. Wer den von Herrn Zimmermann organisierten Kongress noch in guter Erinnerung hat, wird sich auf das Kongresszentrum Rosengarten freuen. Die alte Fassade gegenüber vom Wasserturm werden Sie wiedererkennen. Dahinter eröffnet sich dann ein wesentlich erweitertes modernes Kongresshaus, in dem wir viel Platz für Vorträge, Poster, Industrieausstellung und informelle Begegnungen haben werden.

Die beiden Kongresspräsidenten von DGSS und DMKG haben ein Motto gewählt, das Neugier weckt und vielleicht auch etwas irritiert: "Visionen und Irrtümer". Visionen faszinieren uns bei guten Kongressbeiträgen immer wieder, und sie liefern einen Ansporn für eigenes Arbeiten in Forschung oder Praxis. Aber was sind die Irrtümer? Sind es die Visionen von gestern? Lassen Sie sich überraschen durch das Präsidentensymposium am Freitag. Sie können auch noch eigene Beiträge zu dieser Thematik leisten. Die Symposien wurden zwar durch die Programmkommission bereits ausgewählt und sind in diesem Programm nachzulesen; dabei wurden wieder zahlreiche Vorschläge berücksichtigt, die von Ihnen im Vorfeld eingereicht wurden. Aber bis zum Sommer können jetzt noch Posterbeiträge angemeldet werden, und wenn es genügend Beiträge dazu gibt, können wir auch eine Postersitzung über Visionen und Irrtümer durchführen. Daneben finden Sie auch in diesem Jahr in den Symposien und Praktikerseminaren wieder einen breiten Querschnitt von Themen, die immer aktuell bleiben. Hierzu gehören neben den Ergebnissen aus der Grundlagenforschung aktuelle Aspekte zu Akutschmerz und Tumorschmerz, Rückenschmerz, Nervenschmerz und Kopfschmerz. Aber auch die Gesundheitspolitik kommt nicht zu kurz, z.B. in den Sitzungen zu aktuellen Leitlinien und zur Versorgungssituation. Im Namen des Präsidiums der DGSS wünsche ich Ihnen neue Visionen für die Zukunft nvon Schmerzforschung und Schmerztherapie, Erkenntnisse aus der Analyse von vergangenen Irrtümern, fruchtbare Diskussionen an den Postern und in der Industrieausstellung, Zeit zum Nachdenken und Freude an ein paar schönen Tagen in Mannheim.

Ich freue mich darauf, Sie beim Deutschen Schmerzkongress 2010 in Mannheim zu sehen.
Herzliche Grüße,

Ihr
Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede
Präsident der DGSS

 

 

Prof. Dr. Arne May
Präsident der DMKG

Liebe Mitglieder der DMKG,

Wie jedes Jahr laden wir Sie ganz herzlich zu einem traditionell lebendigen und diskussionsfreudigen Jahreskongress ein und ich kann Ihnen versichern, dass das wissenschaftliche Komitee auch dieses Jahr ein spannendes Programm zusammengestellt hat. Es ist der erste Kongress einer Serie in Mannheim und ich bin zuversichtlich, dass der "Rosengarten" alles hält was er verspricht.

Das Motto des diesjährigen Schmerzkongresses "Irrtümer & Visionen" wurde viel diskutiert und ich bin froh, dass dieses Motto sich durchgesetzt hat. Ist doch unser ganzes klinisches und wissenschaftliches Bestreben von diesen 2 Polen massgeblich bestimmt. Aus dem einen lernen wir und das andere spornt uns an. In diesem Sinne hoffe ich auf regen Austausch, viele Visonen und das Sie alle Spass an diesem Kongress haben und freue mich, Sie in Mannheim begrüßen zu dürfen.

Prof. Dr. Arne May
Präsident der DMKG